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Weg nach unten?

Also - scheiß auf LowCarb. Hilft auch nix (kurz und knackig).

Ich befinde mich nun in der Vorbereitung auf eine bariatrische Operation, sprich Schlauchmagen.

Ich bin es leid und alles andere hilft ja auch nicht. Mit LowCarb habe ich zwar knapp 20kg abgenommen, aber während der LowCarb-Phase auch schon wieder ca. 15kg zugenommen, woraufhin ich fluchend sämtliches Soja-, Kichererbsen- und Mandelmehl in die Hölle wünschte und wieder normal aß. Was zu weiteren 10 kg führte.

Im Mai 2013 lungerte ich irgendwo oberhalb der 200kg herum, da meine Waage trotz abgenommer Pfunde (die ich an Hosen gemerkt habe), eine zeitlang immer noch lauthals "ERRORERRORERRORERRORERROR" gepiept hat, schätze ich mal, dass es ungefähr 205 kg waren. Oder mehr... bah.

Mitte Mai saß ich das erste Mal einem Chirurgen gegenüber, der entgegen meiner Befürchtung total lieb, verständnisvoll und rücksichtsvoll war. Er verstand mein Anliegen auf Abnahme.
Er schaute mich an (ich hasse diesen Blick ja, aber diesmal hab ich es mir gerne gefallen lassen!) und meinte, dass da dringend etwas passieren muss. Meiner Gesundheit zuliebe.

Mein BMI von knapp 65 sprach Bände. Mein Chirurg sprach "Huch, so viel! Da müssen wir was tun!"

Ab nun begann meine "wir-suchen-Ärzte-bis-zum-Umfallen-auf"-Runde:

Hausarzt:
sagen, was ich will, warum ich es will und dass ich mir Unterstützung erbete. Und ungefähr hundert Atteste für alles mögliche.
Psychiater (oh Gott, ich bin verrückt):
Nein, bin ich nicht. Noch jemand, der mir zuhörte und meine Beweggründe auch aufgrund meiner Vorgeschichte durchaus verstehen konnte. Und kann - ich habe jetzt wieder sowas wie eine Therapie zur Sicherung meines psychischen Zustandes aufgrund der Depressionsvorerkrankung. (Und es gab natürlich ein Attest, das ich beim OP-Antrag vorlegen muss.)
Ernährungstherapeut:
Wie esse ich richtig? Was esse ich am besten? Wieso ist Essen für mich ein Heilmittel? Freundlicherweise wird man auf eine (200kg-maximierte) Waage gescheucht. Fortschritte werden rücksichtslos festgehalten. Und auch hier: das obligatorische Attest bzw. ein Zwischenbericht für den OP-Antrag.
Bewegungstherapeut:
Ha, denkste. Dank meiner schon deutlich geschädigten Bandscheiben gibts ein Attest, dass ich derzeit an Bewegungstherapien nicht teilnehmen kann! Brauche ich auch für den OP-Antrag.
Chirurg:
Attest. Natürlich. Dass er aufgrund meines Zustandes einen solchen Eingriff absolut für empfehlenswert hält.
Momentan warte ich auf ein (angeblich) allerletztes Attest von meinem Hausarzt - dass er mein Vorhaben ebenfalls medizinisch unterstützt. Wenn ich das dann habe, kann ich ungefähr ein ganzes Buch zur Krankenkasse schicken, damit es losgeht (vielleicht wirds ja was mit Weihnachtsgeschenk).

So und was mache ich gerade ernährungstechnisch?
Essen, was ich darf. Bzw. versuche zu essen, was ich soll - meine Achillesferse sind hier eindeutig die 3 Portionen Gemüse am Tag. 1 Portion = 2 Hände voll Gemüse. Ihr müsst euch das mal vorstellen: So ein ganzer Brokkoli ist demnach (kleingeschnitten, ohne den Strunk) nur EIN Strich - EINE Portion - wäh.
Gemüse ist echt gemein zu mir.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht elegant um frisches Gemüse herumschiffen würde. Mein Vorratsschrank zu Hause sieht derzeit etwa folgendermaßen aus:

Pusztasalat im Glas (wer es nicht kennt: irgendwelches Grünzeug kleingeschnippelt eingelegt in Essig. Das rote sind wohl Paprikastreifen): ganz annehmbar.
Mixed Pickles im Glas (in Essig eingelegtes Zeug - Gürkchen, Möhrenscheiben, Paprikafetzen und Silberzwiebeln): GRUSELIG - nie wieder *schüttel*
Karottensalat im Glas: knurpsig und gar nicht mal schlecht
Babymöhrchen im Glas: Himmlisch! (besonders mit Sauce Hollandaise!)
Erbsen in der Dose: Standard.
tiefgekühlte Erbsen: Mit Kräuterbutter aufgewärmt einfach nur lecker.
Buttergemüse: Die 89-Cent-Packung mit Erbsen-Möhren-Brokkoli-Mais-Mischung. Ganz nett.
Mais in der Dose. Nomnomnom.
Rote Bete-Kugeln im Glas: Derzeit mein absoluter Favorit :D
baked beans: Also weiße Bohnen in Tomatensoße. Yummie.
Naja, man wird kreativ.

Frisches Grünzeug... nuja. eher selten. Außer Zwiebeln schöööön angebraten direkt aus der Pfanne. Da kommt Freude im (Ehe-)Bett auf :D

Ich esse also seit ungefähr Ende Juni nach der Ernährungsberatung und dem, was sie versucht mir beizubringen. Ergebnis ist aktuell 191,8 kg. Ganz passabel, wie ich finde.

Und ich muss nicht wirklich hungern, denn ich DARF WIRKLICH Süßes und Snacks wie Pommes oder Chips essen! Echt jetzt. Auch wenn EIN Stückchen Kuchen schon meinen EINZIGEN Tagesstrich verballert.
Aber da ich nicht wirklich jeden Tag meinen Strich aufbrauche, kann ich mir am Wochenende schonmal ohne Reue eine große Portion Pommes (2 Striche) gönnen und alles ist gut.

Bin mal gespannt, wie es weitergeht.
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