1. Startseite
  2. Social Media & more
  3. Blog
  4. Krankheits-Odyssee

Krankheits-Odyssee

Beim letzten Mal habe ich erwähnt, dass ich nur noch schlafen, schlafen, schlafen könnte. Das habe ich quasi auch getan.

Zu Ende Dezember hin hatte ich derart extreme Probleme mit Schwindel, Kreislauf und Schlafbedürfnis, dass ich zweieinhalb Wochen krankgeschrieben wurde und diese auch genutzt habe:
zum Schlafen. Mein Hausarzt hatte so gar keine Ahnung, wo das herkam. Doch ich muss sagen, die 2,5 Woche Zeit habe ich intensiv genutzt: zum Schlafen.

Und es wurde tatsächlich besser. Anfang Januar hatte ich diesbezüglich gottseidank keine Probleme mehr. Damit es aber nicht langweilig wurde, entschloss sich mein Körper zu neuen Attacken.

Ich bekam so ein Ziehen im Unterleib - die Frauen unter euch kennen das bestimmt. Kurz vor der Periode zieht es im Unterleib. Nervig, aber nicht schmerzhaft.

So ein Ziehen startete am 04. Januar. MITTEN in meinem Duphaston-gesteuerten, bilderbuchmäßigen 28-Tage-Zyklus. Völlig untypisch. Zumal ich dieses Ziehen seit der Duphaston-Einnahme gar nicht mehr hatte.

Ich beschloss also, das erstmal hinzunehmen, da ich am 22.01. sowieso einen Vorsorge-Termin beim Gynäkologen hatte. Es war nicht schmerzhaft und störte auch nicht wirklich. Die Tage zogen sich dahin, ich klagte einer schwangeren Freundin mein Leid und plötzlich hörte ich die Worte:

Sicher, dass du nicht schwanger bist?

Ich musste schlucken. Rein rechnerisch war das verdammt möglich.

Aufgeregt haspelnd kaufte ich am 12.01. in der Apotheke meines Vertrauens gleich zwei Frühtests. Der erste direkt danach war negativ. Logisch - weil viel zu früh. Aufregung pur.

Laut Beschreibung war dieser Test ab 4 Tage vor der Regel zuverlässig. Somit beschloss ich, bis zum 16.01. zu warten, denn nach Adam Riese und Duphaston sollte die Blutung am 19.01. einsetzen.

Leider interessierte sich die Blutung nicht für meine Pläne und setzte unvermittelt am 13.01. ein, noch während der Duphaston-Einnahme. Falscher Zeitpunkt, falsche Farbe, falsche Konsistenz ... alles war falsch. Und für mich neu.

Der zweite Test am 16.01. war wiederum negativ. Das Ziehen ließ sich dadurch nicht wirklich beeinflussen. Der Termin am 22.01. erbrachte mir die Kenntnis, dass die Urintests beim Gynäkologen auch nicht Willens waren, mir ein Baby zu prophezeien. Dafür erbrachte mir der Bluttest einen erhöhten CRP-Wert (Entzündungswert). Offenbar hatte ich also eine Entzündung - der Gyn vermutete die Gebärmutter, Ultraschall war absolut unauffällig - und musste nun 5 Tage lang Antibiotika nehmen.

Das Ziehen ließ sich davon nicht beeinflussen. Im Gegenteil, es wurde heftiger und langsam wirklich unangenehm.

Die Blutkontrolle nach einer Woche zeigte, dass auch der CRP-Wert unbeeindruckt vom Antibiotika war: er war gestiegen. Ein erneuter Ultraschall zeigte wiederum: gar nichts. Mein Gyn empfahl mir, mich umgehend meinem Hausarzt vorzustellen - was ich auch am selben Tag tat, da die Schmerzen inzwischen echt unfein waren.

Der wiederum drückte und quetschte in meiner Darmgegend herum:
Der Blinddarm ist es wohl nicht.

Wie auch? Der wurde 1999 rausgenommen. Ich kann es mit einer 10cm-Narbe am rechten Unterbauch beweisen!

Der Hausarzt machte einen CRP-Schnelltest (Schock, Ergebnis hoch!) und vermutete eine entzündliche Veränderung am Darm. Also - doppelt so hoch dosierte Antibiotika, 7 Tage lang, plus zusätzlich ein zweites Antibiotikum, speziell für entzündliche Darmveränderungen. Okay.

Drei Tage später: nachts um 1:13 Uhr weckte ich meinen Freund, weil ich die Schmerzen nicht mehr aushielt. Er fuhr mich umgehend ins Krankenhaus, die Angestellte an der Aufnahme musste eine wirklich liebe Gynäkologin wecken, die mich umgehend untersuchte.

Ihr ahnt es sicher schon: Der CRP-Wert war wiederum gestiegen, der Ultraschall unauffällig und Blinddarm wurde auch hier ganz professionell ausgeschlossen. Aufgrund meiner Schmerzen wurde ich aber sofort aufgenommen und bekam Schmerzmittel über meinen Zugang (halleluja!).

Nachdem ich also Schlaf von 3.30 bis ungefähr 6.30 bekam, polterte die Schwestern-Frühschicht rein und bugsierte mich um ca. 7.30 auf den nächsten Gyn-Stuhl. Diesmal nahm sich der Chefarzt meiner persönlich an.

Bekanntes Bild: Kein Befund per Ultraschall möglich.
Setzen Sie die Frau Schömer auf die OP-Liste! Wir machen heute eine Laparoskopie!

Also durfte die Frau Schömer nichts essen und trinken. Außer Schmerzmittel über den Tropf. Dafür bekam sie zweimal netten Besuch vom Anästhesisten.
Einmal, um mich über die Laparoskopie aufzuklären und meine Unterschriften abzuholen. Und ein zweites Mal, da der Chefarzt noch eine Gebärmutterspiegelung zusätzlich machen wollte, um mich also auch hierüber aufklären und meine Unterschrift abzuholen.

Als ich in den OP geschoben wurde, stürzte sich eine Ärztin freudig auf mich:
Frau Schömer! Sie sehen ja wunderbar aus! Ich freue mich, dass Ihre Schauchmagen-OP so wunderbar anschlägt!

Mein Gesicht muss wohl Bände gesprochen haben, denn Sie erklärte sich sofort:
Ich habe bei Ihnen im November 2013 die Ausschabung gemacht!

Aha. Die Erinnerung kam zurück: Das war, kurz nachdem ich die Magen-OP beantragt und genehmigt hatte. Und das hatte ich damals erzählt.

Nachdem also sowohl die Ärztin als auch ich glücklich vereint waren, bekam ich flüssiges k.o. über meinen Zugang verabreicht und wachte irgendwann später im Aufwachraum auf.

Übliches Prozedere:
Tut Ihnen was weh?
Haben Sie Schmerzen?

Ja. Mein Arm.

Das Gesicht der Schwester war göttlich :D

Kurze Erklärung:
Die Ärztin, die mich nachts aufgenommen hatte, hatte versucht, im Arm dem Zugang zu legen und dabei derart die Vene zerstört, dass das mehr weh tat als alles andere. Ich bekam jedenfalls meine Schmerzmittel und döste weiter vollgepumpt vor mich hin. Am nächsten Tag erfuhr ich dann, was man gefunden hatte: eine kleine Zyste.
Außerdem ein Fibrom.
Und verklebte Eileiter.

Zyste und Fibrom wurden rausgenommen, die Eileiter durchgepustet. Das Gewebe des Fibroms wurde zusätzlich eingeschickt, die Ergebnisse erfahre ich noch.

Ich bin jetzt knapp 2 Wochen wieder zu Hause und habe unheimlich Probleme mit den Nähten nach der Laparoskopie. Es wurden selbstauflösende Fäden verwendet, die bei mir wohl offensichtlich absoluter Schrott sind. Es ist entzündet gewesen, eiterte und nässte. Letzte Woche hab ich mir die Fäden ziehen lassen. Die Entzündung klingt langsam ab, aber nässen und etwas eitern tut es immer noch :(

Schmerzen habe ich noch bei plötzlichen, heftigen Bewegungen. Schwer tragen geht auch noch nicht.
Das Ziehen ist aber gottseidank weg.

Diese Woche bin ich noch krankgeschrieben, ich genieße das auch sehr, denn ich nutze es, um mich bewusst zu entspannen und fühle mich seit wenigen Tagen richtig befreit und das Leben wird wieder lebenswert.

Am kommenden Montag habe ich eine Nachuntersuchung beim Gynäkologen, und wenn da nichts mehr zu beanstanden ist, gehe ich ab Dienstag wieder arbeiten :)

Wir lesen uns dann im nächsten Teil der jun-jun'schen Krankheits-Odyssee :p
Kontakt